Montag, 28. Oktober 2013

Beijing Calling

Hallo Welt,

in dem Moment in dem ich diesen Eintrag schreibe, befinde ich mich gerade im Linienbus auf der 90 minütigen Fahrt vom Tongji-Jiading Campus zum Siping Hauptcampus. Der Bus ist brechend voll und die Luft zum zerschneiden – hätte ich Deo und Kaugummis dabei, würde ich eine Lokalrunde schmeißen. Körperpflege ist hier ein sehr kritisches Thema, aber dazu verfasse ich irgendwann mal einen eigenen Post. Mir gegenüber sitzt eine ältere Dame die offensichtlich noch nie einen Westler gesehen hat und lächelt mich mit ihren vier verblieben Zähnen ganz unverfänglich an. Angemerkt sei, dass ich bekanntlich nicht dem Prototypen des Westlers entspreche. Doch kommen wir zum wirklich Interessanten.

The First Night 
Am vergangenen Donnerstag war es endlich soweit – es ging auf nach Peking in die Hauptstadt des Landes welches die Heimat für 1,3 Milliarden Menschen ist. Das Leben von knapp 1/7 der Weltbevölkerung wird aus dieser Stadt gesteuert. Voller Vorfreude ging es am Donnerstag – natürlich ganz vorbildlich – erst nach der Vorlesung los. Da es preislich keinen nennenswerten unterschied gemacht hätte, ob wir fliegen oder mit der Bahn fahren, haben wir uns unterm dem Zeitaspekt für den Flug entschieden. Mit China Southern Airlines ging es also mit 90 Minuten Verspätung nach Peking, wo wir dementsprechend leider die letzte Metro verpasst haben und mit einem Bus in die Innenstadt sind. Der erste Eindruck von Peking war leider schlecht, denn während wir ordentlich in der Warteschlange des Busses warteten, haben sich sämtliche Chinesen vorgedrängelt als der Bus vorfuhr. Gedankenschnell hat Anna dann einfach das Band der Warteschlange abgemacht, woraufhin eine Chaos ähnliche Traubenbildung um den Eingang des Busses, uns eine bessere Ausgangsposition beschafft hat. Um 1:30 sind wir dann endlich nach einer langen Reise im Lucky Family Hostel angekommen. Die Freude währte dann genau bis zu dem Moment an dem ich anfangen wollte zu schlafen. Unser 6er Dorm glich nämlich leider einer Höhle aus „Schnarchern“, bestehend aus dem „Bären“, dem „Schläger“ und der „Stillen“. Der Bär glich in seiner Optik im wahrsten Sinne des Wortes ebenselbigem. Der Schläger hatte einen Gips um seine Nase. Ich vermute bis heute, das ein vorheriger Gast des Hostels so genervt war von seinem Schnarchen, dass er ihm Nachts einfach einen auf die Nase gegeben hat. Die Stille - hat zum Glück in dem Bett unter mir geschlafen und verhältnismäßig leise geschnarcht. Nichts desto trotz, hat das unrhythmische Schnarchen der anderen drei Dormbewohner/innen und die Musik von Sinas MP3 Player mit dem sie versuchte das Schnarchen zu übertönen, die Nacht zu einer sehr kurzen gemacht. Ich war froh, dass wir am nächsten Morgen schon vor 8 Uhr das Hostel verlassen haben um zur Great Wall zu fahren.

Great Wall
Die Fahrt zur Großen Mauer war recht angenehm, wir sind zunächst mit einem Bus in das, der Mauer am nächsten Dorf gefahren und mussten von dort aus eine Taxi nehmen, welches uns dann nach Mutianyu gebracht hat. Dieses Mauerstück ist 8 km lang und eines der schönsten und ca. 70 km von Peking entfernt. Aufgrund der relativ großen Entfernung ist es touristisch weniger besucht als manch anderes Stück. Glücklicherweise hatten wir strahlenden Sonnenschein und angenehme 24°C, sodass wir uns 2 Stunden lang in Ruhe umgucken konnten.  Auf der Rückfahrt hatten wir etwas Pech, denn wir erwischten den normalen Linienbus und nicht wie auf der Hinfahrt die Express Variante. Deshalb dauerte die Rückfahrt dann auch 2,5 Stunden statt einer. Den Abend haben wir dann ganz gemütlich an einem nah gelegenen See ausklingen lassen. Zum Glück waren der Bär und der Schläger bereits abgereist und wir konnten eine recht ruhige Nacht verbringen. Hier mal ein paar Impressionen :)



























































Aufgrund unserer späten Ankunftszeit in Beijing sind wir dann erstmal zurück ins Hostel bevor wir am Abend dann noch eine Runde über dein berühmten Pekinger Night-Market sind. Dort gibt es eine Auswahl an Delikatessen, die auf de Welt ihres gleichen suchen.


Was man leider nicht sieht - die Skorpione
leben noch, wurden als lebendig aufgespießt.
Jemand große Skorpione, Seesterne oder
Riesenraupen?

Dann doch lieber Früchte in Zucker...




















Am nächsten Morgen ging es dann erneut recht früh raus, denn wir hatten wieder ein straffes Sightseeing Programm auf dem Plan. Da wir nicht auf die Metro oder Taxen angewiesen sein wollten, haben wir uns am Hostel für 20 Kuai den ganzen Tag ein Fahrrad gemietet.

Exkurs: Taxifahrer in Peking                         
                                                                                   
An dieser Stelle muss ich einmal das moralische Fehlverhalten der Pekinger Taxifahrer hinweisen. Am ersten Abend haben wir von der Metrostation an der uns der Flughafenbus abgesetzt hat ein Taxi zu unserem Hostel genommen. Unsere Taxifahrt endete vor einer Gasse eines Hutongs mit dem Hinweis „Daole = angekommen“. Ungläubig stiegen wir aus und sind noch einige Minuten ziellos durch dunkle und verworrene Hutongs geirrt, bevor wir letztendlich das Hostel gefunden haben.
Am zweiten Tag wollten wir, von unserem Mauer Trip und der elendig langen Rückfahrt, unbedingt das gute Wetter nutzen, um von einem Berg den Sonnenuntergang über Peking zu genießen. Die Zeit war knapp und der Weg etwas zu weit zu laufen. Es wären lediglich 3 Metrostationen gewesen, aber da auch kurze Strecken in China eine halbe Ewigkeit dauern, wollten wir mit dem Taxi zu dem sog. Kohleberg. Leider hat sich jeder Taxifahrer geweigert nach dem Taxameter zu fahren, sondern wollte viel lieber einen Festpreis aushandeln, denn dies sei günstiger weil die Straßen voll wären und die Fahrt mit dem Taxometer dann teurer gewesen wäre. Wir entschieden uns dann gegen die Taxifahrt für 200 RMB ~ 25 EUR, denn Taxi fahren kostet eigentlich kaum über 3 EUR. Interessant war auch, dass einige Taxifahrer sich geweigert haben uns zu fahren, unabhängig von dem Fahrziel wurde uns die Mitfahrt mehrmals verweigert. Ergo, Taxi fahren in Shanghai ist um einiges angenehmer und leichter. Hier musste ich noch nie länger als eine Minute auf ein Taxi warten und mir keine Gedanken über den Preis machen.

Edit: Ein kleiner Vorgriff auf den nächsten Post. In Shanghai mussten wir neulich 301 RMB für eine Taxifahrt vom Flughafen nach Hause zahlen. Obwohl das Taxameter eingeschaltet war glaube ich, dass wir da ordentlich über den Tisch gezogen worden sind.

Exploring Beijing by Bike
Mit dem Fahrrad haben wir uns dann zunächst auf den Weg zum Trommel- und Glockenturm gemacht. Wir hatten Glück, dass wir am Trommelturm passend zu einer Vorführung der Jahrhunderte alten Trommeln gekommen sind. Ich hoffe das Video ermöglicht euch einen kleinen Einblick in die wirklich beeindruckende Show. Der Glockenturm, welcher dem Trommelturm genau gegenüber liegt, war dann leider weniger spektakulär, weshalb es recht zügig in Richtung Verbotene Stadt ging.


Über die Verbotene Stadt könnte ich Seite um Seite schreiben, den besten Eindruck gewinnt ihr aber über Fotos, deshalb spare ich mir das ausgiebige Beschreiben.

Unsere sehr bequemen Fahrräder
Eingang zur Verbotenen Stadt
Hinter mir das Tor der 







Blick auf einen Teil der Verbotenen Stadt






















































Nachdem wir uns 4 Stunden in der Verbotenen Stadt aufgehalten haben, haben wir uns auf dem Weg zum Himmelstempel gemacht, der uns alle jedoch etwas enttäuscht hat. Nach einem Sightseeing-Spurt durch die Tempelanlage sind wir dann passend zum Sonnenuntergang zum Kohleberg. Von dort hatte man einen super Blick auf die Verbotene Stadt und einen Großteil von Peking.


Toller Blick auf die Verbotene Stadt und bunte Hosen

Den Abend ausklingen lassen haben wir zusammen mit den ASBE-Studenten aus Peking. Wir haben zusammen in einem super Restaurant Peking-Ente probiert und noch viele andere leckere Sachen. Am letzten Tag ging es dann morgens noch zum Sommerpalast der sich etwas außerhalb von Peking befindet. Das Wetter war leider nicht mehr so gut wie die Tage zuvor, deshalb haben wir uns auch nicht so lange dort aufgehalten. Zudem war es Sonntag und deshalb viele Menschen unterwegs. 




Ausblick vom höchsten Punkt
Schön Grünanalge
Fotografieren verboten?!

Nochmehr "Grün"





























Vom Sommerpalast ging es dann zurück in die Innenstadt auf den Tian'anmen Platz von dem aus man zur Verbotenen Stadt gelant, zum Gebäude des Nationalen Volkskongresses und dem Regierungsgebäude. In der Mitte des Platzes steht ein riesiger Blumentopf - warum auch immer :)


Sina und ich vor der Blume 


Am Abend ging es dann zurück nach Shanghai. Das Wochenende in Peking war anstrengend und stressig aber dennoch super schön. Wir haben viel gesehen und hatten zum Glück auch größtenteils gutes Wetter. Zu guter Letzt noch ein paar Schnappschüsse von dem Wochenende









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